Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr
Vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Ernsbach-Erbuch
wurden die Aufgaben durch eine Pflichtfeuerwehr wahrgenommen. So hatten Ernsbach
und Erbuch je eine Pflichtfeuerwehr zu stellen. Dies hieß, daß
jeder männliche Bürger im Alter von 14 bis 65 Jahre sich dieser
Wehr verpflichten mußte. An der Spitze dieser Wehren stand ein Ortsbrandmeister,
der die Verantwortung trug.
1964 gründete sich in der Gemeinde Ernsbach die Freiwillige Feuerwehr.
Nach Zusammenschluß der damals selbständigen Gemeinden Ernsbach
und Erbuch 1968 schloß sich Erbuch dieser Freiwilligen Feuerwehr an.
Der Entschluß, den Verein einer Freiwilligen Feuerwehr zu bilden, wurde
aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der damit verbundenen Effektivität
gefaßt. Erster Ortsbrandmeister, danach Wehrführer, war Leonhard
Löw.
1964 wurde der Ernsbacher Feuerlöschteich durch
die damalige selbständige Gemeinde Ernsbach errichtet. Im Rahmen der
Flurbereinigung entstand auch unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr der
noch heute stark frequentierte Kinderspielplatz. Eine weitere Aktivität
der Freiwilligen Feuerwehr war die Erstellung des Feuerwehrgerätehauses
in Ernsbach, damals einer Doppelgarage. Dieses Gebäude entstand durch
Eigenleistung der aktiven Mitglieder. Die Kosten für Baumaterialien trug
die damals selbständige Gemeinde. Auch das Spritzenhaus und Kinderspielplatz
in Erbuch entstanden durch Eigeninitiative.
Die Grundausstattung der Feuerwehr war damals ein Anhängerfahrzeug (Tragkraftspritzenanhänger
TSA) mit den dazugehörigen Gerätschaften. Über gleiches Gerät
verfügt auch Erbuch. Hierzu ist anzumerken, daß ein problemloser
Einsatz dieses Gerätes nur durch das Bereitstellen von privaten Zugmaschinen
gewährleistet war. Es kann festgestellt werden, daß dieses Minimum
an Geräten durch die Einsatzfreudigkeit und Aktivität der freiwilligen
Mitglieder die Gemeinde Ernsbach-Erbuch vor grösseren Schadensfällen
bewahrte. Hier ist zum Beispiel der Brand im Anwesen Neff, Anwesen Ohnsorg,
im Anwesen Michel und im Anwesen Schäfer zu benennen. Dies zeigt, daß
auch eine kleine Feuerwehr einen maßgeblichen Einfluß auf eine
aktive Brandbekämpfung dokumentiert. Ihre Einsatzbereitschaft hält
die Freiwillige Feuerwehr durch wiederkehrende Übungen aufrecht. Garant
für eine zeitgemäße Brandbekämpfung sind die gesetzlich
vorgeschriebenen Lehrgänge der Landesfeuerwehrschulen. Basis eines jeglichen
Brandschutzes ist die Bereitschaft der freiwilligen Feuerwehrleute. Sie sollte
daher auch weiterhin durch Leistungen der Bürger und der Stadt unterstützt
werden.
Ein Beitrag hierzu ist die Bereitstellung ausgewogenen Gerätes, wie zum
Beispiel eines Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF), welches ab dem Jahr 1989
ein ersatzbeschaffter Ford Transit, seither im Stadtteil Bullau im Einsatz,
als Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) darstellte. 2002, im Rahmen einer Landsbeschaffungsmaßname,
wurde dann durch die Kreisstadt Erbach für den Ortsteil Ernsbach ein
neuer Mercedes Sprinter mit TSF-Aufbau angeschafft und aus dem ostdeutschen
Görlitz überführt. Die Ausrüstung wurde im Jahr 2003 durch
ein gebrauchtes Mannschaftstransportfahrzeug ergänzt, welches zunächst
im Ortsteil Erbuch stationert war und jetzt in Ernsbach mit Ausrüstung
für technische Hilfeleistungen im Einsatz ist. 2007 wurde ein, seither
im Stadtteil Dorf-Erbach eingesetztes, TSF in Erbuch stationiert und der bis
dahin eingesetzte TSA ausgemustert.
Die Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr
zeigen sich auch in der Unterhaltung des Feuerlöschteiches und des Spielplatzes.
Durch die Bereitstellung von Materialien durch die Kreisstadt Erbach können
so allerdings nur die notwendigsten Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt
werden. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl von Ernsbach-Erbuch ist ein Vereinsleben
entsprechend eingeschränkt. Der Freiwilligen Feuerwehr kommt daher, neben
dem Ortsverein, um so mehr ein entsprechender Stellenwert im Gemeinwesen zu.
Diesem Gemeinwesen gilt es daher eine uneingeschränkte Unterstützung
zukommen zu lassen.
Wehrführer und Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehr Ernsbach-Erbuch
Seit Gründung 1964
Leonhard Löw
Friedel Holschuh
Adolf Trumpfheller
Werner Ehrhard
Bernd Stahl
Werner Hennig
Leonhard Löw
Gerhard Münch
Dominik Weiers
Feuerschutz „Anno dazumal“
Auszug aus dem Centralanzeiger für den Odenwald Erbacher Kreisblatt vom 1. Juli 1919
Ein Bericht über Land und Leute im Odenwald vor 125 Jahren von Prof. Dr. Diehl
Die Gebäulichkeiten sind durchgehend von Holz und von Leimen, schlecht gefugt und gebaut und mit Stroh gedeckt. An den meisten ist kein ordentlicher Rauchfang oder Schornstein, und der Rauch mag sich ein Loch suchen, wo er eines findet. Bei dem Uberfluß an Holze, der Hitze, womit sich der Odenwälder im Winter ausdämpft, seiner Nachlässigkeit und bei dem gefährlichen Gebrauche wie dürre Stückchen Fichtenholz mit Harz durchwachsen, die an die Decke des Zimmers befestigt werden zur Abendzeit zu brennen, ist der Brand äußerst besorglich. Und gleichwohl fehlt es fast überall an allen Arten von Löschutensilien. Beim Ausbruche eines Brandes und sobald die Flammen mit einer geringen Menge Wassers nicht zu ersticken ist, verzweifeln die Odenwälder an der Möglichkeit, das brennende Gebäude löschen zu können, reißen das Gebäude mit Feuerhaken zusammen, und lassen dann für die Folge des Brands den lieben Gott walten.
Gott sei Dank - heute gibt's die Feuerwehr -
Unsere aktive Wehr 1989

Von links nach rechts obere Reihe:
Maik Freidel, Herbert Schulte, Torsten Schäfer, Werner Hennig,
Berthold Ohnsorg
mittlere Reihe:
Friedel Holschuh, Mario Ehrhard, Reiner Müller, Rolf Keil,
Dieter Lubjuhn, Wilhelm Spatz, Heinz Freidel, Georg Schäfer, Gerhard
Münch
untere Reihe:
Oliver Ehrhard, Andreas Trumpfheller, Georg Ehrhard, Günther
Löw, Franz Ohnsorg, Alwin Stahl